Antworten_CSU

Fragen:

  1. Welches Konzert, welche Ausstellung oder welches Theaterstück ist Ihnen im letzten Jahr besonders in Erinnerung geblieben ?
  2. Wo sehen Sie Defizite in Würzburgs Kulturleben und wo bei der Kulturförderung ?
  3. Es herrscht großer Raummangel. Es gibt Forderungen nach einem Literaturhaus, nach einem soziokulturellen Zentrum, einem Ersatz für die Posthalle, einem Jazzclub und einem Kindertheater. Kann all das realisiert werden ? Falls nicht: Wo würden Sie Prioritäten setzen ?
  4. Halten Sie es nicht für sinnvoller, vieles in einem Haus zu bündeln und dort Räume für mehrere Nutzen vorzusehen ?
  5. Neben "öffentlichen" Räumen fehlt es auch an Proberäumen, Lagerräumen, Ateliers. Welche konkreten Lösungsmöglichkeiten sehen Sie ?
  6. Die städtische Kulturförderung sieht im Bereich bildender Kunst bislang nur eine Förderung der Verbände (VKU/BBK) vor. Eine Einzelförderung findet nur selten im Rahmen der Projektförderung statt. Wollen Sie diese Struktur beibehalten oder sehen Sie eine Möglichkeit für Stipendien und die Förderung einzelner Künstler/innen ?
  7. Popmusikförderung findet bisher nur durch gelegentliche Vergabe von Preisen oder im Rahmen der Projektförderung statt. Eine strukturelle Förderung (kostenlose bzw. günstige Proberäume/gemeinsam nutzbarer Bandbus u.ä.) fehlt. Auch eine Förderung von professionellen Aufnahmen fehlt. Würden Sie die Förderung ausweiten und wenn ja in welcher Form ?
  8. Wie stehen Sie zur Forderung nach einer Mindestgage bzw. nach Ausstellungshonoraren ?
  9. Wie stehen Sie zur Forderung der SPD, den gesamten Kulturetat auf 5 % des Haushalts zu erhöhen ?

Antworten von STEFAN RETTNER
  1. Sehr viele. Vor Ort : Zuletzt das Musical "Evita" und das Neujahrskonzert im Stadttheater - der Auftritt des Chorus St. Peter aus Brisbane in der Kirche St. Paul. Vorher ganz besonders die Ausstellung "Sieben Kisten mit jüdischem Material" im Museum Franken, die Ausstellung zu Kurt Lessig in der VKU, die Ausstellung "Das kosmische allen Seins" zu Emy Roeder im Kulturspeicher .... Außerhalb Würzburgs waren meine "Highlights": Ein Besuch der Kubismus- Ausstellung in Basel und der Van- Gogh Ausstellung im Frankfurter "Städel". Im Übrigen bin ich z. Bsp. Mitglied der Künstlergilde "Hetzfelder Flößerzunft" und arbeite gerade selber an der Vorbereitung einer kleinen Ausstellung mit.
  2. Die Jugendkultur, "Populärmusik", experimentelle Angebote ...... könnten in einer Universitätsstadt vielleicht noch präsenter sein. Die Kulturförderung leidet im Bereich der Stiftungen unter der momentanen Zinssituation, welche es den Stiftungen sehr schwer macht "ausschüttbare Mittel" zu erwirtschaften und belastbare mittelfristige Planungen zu strukturellen Verbesserungen zu erstellen.
  3. Ich würde mich freuen wenn - neben dem Bürgerbräugelände - weitere Zentren im Stadtgebiet geschaffen werden könnten, an denen man verschiedene kulturelle Angebote bündeln könnte. Probe/ Übungsräume, Requisitenlager, Ausstellungsräume etc. könnten dort auch zur gemeinsamen Nutzung angeboten werden. Attraktive "Kulurmeilen" oder "Quartiere" könnten entstehen - denkbar scheint mir das z. Bsp. auf dem Gelände der früheren "Faulenberg-Kaserne".
  4. Vgl. Antwort zu 3. Wahrscheinlich ist nicht alles "unter einem Dach" kompatibel - z. Bsp. ein Proberaum für Musiker, neben einem für Buch/ Textvorträge vorgesehenem Raum. Grundsätzlich meine ich: Soviel bündeln wie möglich (wegen der Synergie-effekte) - aber auch jedem den Freiraum geben um sich ungestört (ohne Störung der Anderen)zu entfalten.
  5. Vgl. Antwort zu 3.
  6. Grundsätzlich scheint mir die vorhandene Struktur als solche sinnvoll - zumal es weitere paralelle Förder-möglichkeiten für bestimmte Bereich gibt (z. Bsp. über den Bezirk oder sogar den Bund). Sicher wäre im Bereich der Beratung - wo kann der Einzelne Förderanträge stellen etc. durch die Stadt noch eine bessere Unterstützung möglich. Mittelfristig wäre die Einrichtung einer originären städtischen Stiftung die dort, wo Förderbedarfe nicht ausreichend abgedeckt sind hilft, denkbar - problematisch ist hier jedoch die momentane europäische Zinspolitik die das Stiftungswesen sehr belastet (vgl. Frage 2).
  7. Popmusik als elementarer Bestandteil unserer Alltagskultur verdient mehr Förderung - das "wie" bedürfte einer vorangehenden Strukturanalyse. Kommunen / Gebietskörperschaften sollten da unterstützen, wo keine andere Möglichkeiten bestehen, nicht jedoch in Konkurrenz zu evtl. vorhandenen "freien" Anbietern oder Unternehmen (Tonstudios) treten.
  8. Um sich hierzu ein belastbare Meinung zu bilden, könnte man für Interessierte und Entscheidungsträger z. Bsp. einen "Workshop" anbieten! Jede Kunst hat ihren Wert und Anspruch auf angemessene Vergütung - Mindestwerte müssen so ausgerichtet sein, dass nicht verhindert wird, dass jemand im "Non Profit Bereich" Chancen zur Präsentation hat (um sich so einen "Bekanntheitsgrad" zu verschaffen und wachsen zu können).
  9. Da ich bisher nicht Mitglied der städtischen Gremien / des Stadtrates bin und nur die öffentlich zugänglichen Haushaltszahlen kenne, halte ich es für unseriös diese Forderung jetzt zu bewerten. Um mir hierzu eine Meinung zu bilden, wären weitere Kenntnisse - die ich mir in Zukunft ggf. verschaffen könnte erforderlich. Grundsätzlich halte ich Investitionen "in Kultur" für eine Stadt wie Würzburg für sehr wichtig und "Standortstärkend".

Antworten von CHRISTINE BÖTSCH
  1. Die Niere im Theater Chambinzky. Ein lustiges Stück mit überraschenden Wendungen.
  2. Manchmal „sieht man vor lauter Wald die Bäume nicht“, wir haben ein blühendes Kulturleben, an manchen Tagen ist es jedoch schwer den Überblick über die einzelnen Angebote zu halten. Die Kulturförderung soll natürlich ausreichende finanzielle Unterstützung geben, wichtig ist jedoch auch, dass Rahmenbedingungen wie Bewerbung und logistische Unterstützung und Beratung erfolgen. Hier kann die Kulturförderung sich sicherlich noch verbessern.
  3. Alles auf einmal ist unrealistisch. Dennoch sollten alle Ziele weiterverfolgt werden. Für mich hat die Posthalle die höchste Priorität, ebenso, öffentliche Räume für einzelne Veranstaltungen kostengünstig anzubieten. Das Literaturhaus scheint konkrete Räumlichkeiten zu haben, so dass ich hier auch die reale Möglichkeit der schnellen Umsetzung sehe.
  4. Häuser wie die „Posthalle“ bündeln heute schon einige Angebote unter einem Dach und das kann sich auch ergänzen bzw. Synergien wecken. Alles unter einem Dach fände ich jedoch nicht gut. Würzburg zeichnet es gerade aus, dass Kultur an vielen Orten stattfindet.
  5. Gezielt auf Gewerbeimmobilienbesitzer zugehen, um abzufragen, ob nicht doch Räume „untervermietet“ werden können. Sofern z.B. Bands flexibel sind, könnten auch Leerstände auf Zeit genutzt werden. Die Stadt sollte evtl. als Zwischenmieter auftreten. Möglicherweise erleichtert dies den Abschluss eines Mietvertrages. Hinsichtlich Ateliers könnten Bauinvestoren auch schon im Stadium der Planung von der Bauverwaltung aktiv angesprochen werden.
  6. Ich kann mir auch eine Einzelförderung vorstellen, es müssten jedoch objektive Vergabekriterien vorgelegt werden. Darüber hinaus könnte es ähnlich wie beim Mozartfest bzw. Mainfrankentheater den „artist étoile“, „Artist in Residence“ oder ähnliches auch im Bereich bildende Künste für eine Saison in der Stadt Würzburg geben. Darüber hinaus wissen wir von bildenden Künstlern, dass gerade die Ausstellungsflächen rar sind. Hier haben wir angefangen, mehr öffentliche Freiflächen anzubieten.
  7. Es gibt ein Popfestival in Würzburg, dass dem Vernehmen nach nicht gefördert wird. Gerne würde ich prüfen, warum dieses Festival nicht unter unsere Förderrichtlinien fällt. Künstler*Innen die professionellen Aufnahmen oder Materialien zu zahlen sehe ich nicht als prioritäre öffentliche Aufgabe, wenn aber z.B. ein hoher Bedarf an Nutzern für ein professionelles Tonstudio vorhanden ist, dann würde ich mich für die Unterstützung bei der Einrichtung des Tonstudios einsetzen. Wünschenswert fände ich auch schon allein die Aufnahme in ein Verzeichnis alles Pop-Bands in Würzburg. Wir sind z.B. immer wieder auf der Suche nach musikalischer Umrahmung, einen allgemeinen „Katalog“ für die Stadt gibt es da leider nicht. Auch dies könnte eine einfache Form der Unterstützung sein.
  8. Leistung und Arbeit sollen anständig honoriert werden, dafür stehe ich immer ein und vom Applaus alleine lässt es sich nicht leben. Eine Mindestgage oder verpflichtendes Ausstellungshonorar sehe ich kritisch, weil ich befürchte, dass dies den Markt „abschotten“ wird und es die Laufbahn-Anfänger eher behindern wird.
  9. Ich weiß nicht genau, welcher Kulturetat gemeint ist. Es werden knapp 900 000 € jährlich an verschiedene kulturelle Vereine, Verbände und Vereinigungen gezahlt. Vermutlich ist der Fördertopf für kulturelle Vereinigungen gemeint. Dieser beträgt knapp 231 000 €. Ich halte nichts davon, einen Prozentsatz festzulegen, denn dies würde über kurz oder lang im Gesamthaushalt rein zu einer Budgetierung nach Wichtigkeit führen (Soziales X%, Schulen Y %, Sport Z% etc.). Der bisherige Etat hat in den vergangenen Jahren immerhin einen Inflationsausgleich erhalten. (Das war davor nicht der Fall) Anhand der vor den nächsten Haushaltsberatungen vorgetragenen Bedarfe würde ich mich für eine Erhöhung des Etats einsetzen, der dann wieder als Grundsockel für einige Jahre halten sollte.


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Termine

2.6.20 Best of Litrio online (im Rahmen Kulturjahr - Schwerpunkt Literatur), 20.00 Uhr

9.6.2020 um 19.00 Uhr: Offener Kulturtreff (online). Link zum teilnehmen auf Anfrage (wg. der Spamproblematik)

9.6.2020 Kulturjahr: Sonderveranstaltung Literatur (online), 20:00 Uhr

Multimediale Literaturshow „Push the Button“

23.6. um 19.00 Uhr Kulturtreff - hoffentlich mal wieder "in echt". Ort folgt.

27.9.2020 Nachholtermin Kulturpunkte