Antworten_ÖDP

Die Fragen:
  1. Welches Konzert, welche Ausstellung oder welches Theaterstück ist Ihnen im letzten Jahr besonders in Erinnerung geblieben ?
  2. Wo sehen Sie Defizite in Würzburgs Kulturleben und wo bei der Kulturförderung ?
  3. Es herrscht großer Raummangel. Es gibt Forderungen nach einem Literaturhaus, nach einem soziokulturellen Zentrum, einem Ersatz für die Posthalle, einem Jazzclub und einem Kindertheater. Kann all das realisiert werden ? Falls nicht: Wo würden Sie Prioritäten setzen ?
  4. Halten Sie es nicht für sinnvoller, vieles in einem Haus zu bündeln und dort Räume für mehrere Nutzen vorzusehen ?
  5. Neben "öffentlichen" Räumen fehlt es auch an Proberäumen, Lagerräumen, Ateliers. Welche konkreten Lösungsmöglichkeiten sehen Sie ?
  6. Die städtische Kulturförderung sieht im Bereich bildender Kunst bislang nur eine Förderung der Verbände (VKU/BBK) vor. Eine Einzelförderung findet nur selten im Rahmen der Projektförderung statt. Wollen Sie diese Struktur beibehalten oder sehen Sie eine Möglichkeit für Stipendien und die Förderung einzelner Künstler/innen ?
  7. Popmusikförderung findet bisher nur durch gelegentliche Vergabe von Preisen oder im Rahmen der Projektförderung statt. Eine strukturelle Förderung (kostenlose bzw. günstige Proberäume/gemeinsam nutzbarer Bandbus u.ä.) fehlt. Auch eine Förderung von professionellen Aufnahmen fehlt. Würden Sie die Förderung ausweiten und wenn ja in welcher Form ?
  8. Wie stehen Sie zur Forderung nach einer Mindestgage bzw. nach Ausstellungshonoraren ?
  9. Wie stehen Sie zur Forderung der SPD, den gesamten Kulturetat auf 5 % des Haushalts zu erhöhen ?

Antworten von DAGMAR DEWALD
  1. Vom Jahresanfang die Ausstellung „Strahlkraft“ im Museum am Dom, vom Jahresende die Ausstellung „Reiz der Ruine“ in der Gemäldegalerie des Martin-von-Wagner-Museums.
  2. Ich will da nichts Einzelnes herausgreifen, sondern ein grundlegendes Defizit der herrschenden Politik nennen: Man gibt Millionenbeträge an Investoren, die selbst genug Geld haben, ihre kommerziellen Projekte zu finanzieren. Und dieses Geld fehlt an der breiten Förderung. Wie viel würde dieses Geld für die „kleineren“ Kulturschaffenden, auch die Ehrenamtlichen bedeuten? Deshalb hat die ÖDP etwa gegen die Millionenbeträge für die Mehrzweckhalle gestimmt.
  3. Die Leistung derjenigen, die Kultur mit einem Geschäftsmodell schaffen, das sich selbst trägt, ist hoch anzuerkennen. Die Priorität bei der finanziellen Förderung liegt aber bei Kulturschaffenden, die aus eigener Kraft die Mittel nicht aufbringen können, aber selbst Initiative zeigen. Die ÖDP hat schon viele Kulturförderanträge im Rahmen der Richtlinien gestellt. So hat die Fraktion z.B. ein Sozialkulturelles Zentrum in der alten Umweltstation oder in der Mozartschule gefordert und beantragt bzw. unterstützt. Alles ist am jetzigen OB gescheitert.
  4. Neben dezentralen Räumen (in den Stadtvierteln; Räume für Publikum mit bestimmter Prägung und hoher Identifikation) bieten auch große Häuser mit Mehrfachnutzung Vorteile wie Synergieeffekte. Ein Mix soll es sein. Die Faulenbergkaserne sieht die ÖDP als Kulturentwicklungsraum mit Mischnutzung. Der Platz dort wird hoffentlich auch die Raumnot der Kulturszene etwas beheben.
  5. So ein Konglomerat, wie es sich der Posthalle angelagert hat, ist auf dem Faulenberggelände vorstellbar, sicher aber auch über mehrere Orte verteilt. Neben der städtischen Bereitstellung von Räumen setzt die ÖDP auch hier auf die Ideen und Initiativen der Bürger. Eine städtische Vermittlungsstelle wäre zu überprüfen.
  6. Auf jeden Fall möchte ich die unmittelbare Zusammenarbeit mit den freien Trägern suchen, auch wenn die Verbände sinnvolle Arbeit tun, indem sie Interessen bündeln. Denn Kulturschaffende sind oft Individualisten, die abseits von Institutionen neue Ideen in die Gesellschaft bringen. Eine Projektförderung könnte ein weiteres Instrument zur Förderung von Vielfalt sein, die Rahmenbedingungen dafür sind zu prüfen.
  7. Was nichts kostet, ist nichts wert, außerdem müssen Räume und Fahrzeuge gepflegt und unterhalten werden. Eine Förderung werde ich unterstützen.
  8. So sehr eine Mindestgage eigentlich selbstverständlich ist, so schwierig ist eine Festsetzung, sie kann eine Fessel sein. Ich fürchte, gerade Neulinge kämen zu wenig zum Zug, weil ein Engagement den oft auch nicht reichen Veranstaltern zu riskant ist. Der Omnibus mit seiner „Hut“gage hätte mit so einer „Fessel“ nicht starten können. Und wie wäre das für das Stramu?
  9. Der bestehende Inflationsausgleich stellt in unserer Niedrigzinsphase bereits eine Erhöhung dar, aber eine Koppelung an das Haushaltsvolumen bindet die Kommune zu sehr.




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Termine

18.2. Kulturjahr "Jugend- und Soziokultur": Workshop mit Anna Groß "Sexismus in Jugendkulturen" (18.00 Skaterhalle am Reuterhaus)

2.3. Podiumsdiskussion mit OB-Kandidatinnen und Kandidaten zu Fragen rund um die Kultur. Moderation: Wolfgang Jung (Chambinzky, 19.00 Uhr)

10.3. Offener Kulturtreff, Chambinzky (keine festen Themen; einfach treffen und unterhalten)

15.3.2020 Kulturpunkte