Pressemeldungen des Dachverbands

25.5.20

ESREICHT ! NICHT!

Dachverband zeigt die Situation Kulturschaffender

Die Staatsregierung hilft Kulturschaffenden.

Manchen. In einigen Situationen.

Nach außen hin erweckt der Bund, ebenso wie der Freistaat Bayern - durchaus geschickt - den Eindruck, viel für die Kultur zu tun. In der Praxis wächst der Frust über praxisfremde Hilfsangebote, die nur wenigen zu Gute kommen.

Die Vielfalt der Lebens- und Einkommenssituationen der Kulturschaffenden wird nicht berücksichtigt. Darum fallen viele aus der Förderung.

Der Dachverband freier Würzburger Kulturträger ruft nun alle, die im Kulturbereich tätig sind, dazu auf, ihre Lebenssituation zu beschreiben, die dazu führt, dass sie keine oder keine ausreichenden Hilfen erhalten.

Unter dem Motto „esreicht-nicht“ können alle Kulturschaffenden - egal, ob sie auf, vor oder hinter einer Bühne oder ganz im Verborgenen agieren - ihre Lage auf der gleichnamigen Webseite http://esreicht-nicht.de schildern. Es geht um alle, die in der Kultur- und Kreativbranche tätig sind: in den Bereichen Schauspiel, Bühnenbild, Regie, Text, Musik, Kabarett, Technik, Veranstaltung, Security, Presse, Fotografie, Design oder anderen Arbeitsfeldern.

Sicherlich ist die Sammlung auch für alle Kulturinteressierten hilfreich, um die besondere Situation der Kulturschaffenden besser zu begreifen - gelegentlich herrscht ja leider immer noch Unverständnis, worüber sich die "Kulturheinis" so aufregen.

Die Initiative startet zwar in Würzburg, richtet sich aber an alle Kulturschaffenden im gesamten Bundesgebiet.

Das Ziel ist eine Sammlung möglichst vieler Einzelfälle, die existierende Lücken in den Förderkonzepten deutlich machen - und der Bundesregierung wie den Länderregierungen zeigen, dass die derzeitig angebotenen Hilfen eben nicht ausreichen.


24.4.20

Zuschuss für Künstler verbessert - ist die Kultur nun gerettet?

30.000 Kulturschaffende in Bayern, die Mitglied in der Künstlersozialkasse sind (anerkannte hauptberuflich selbständige Künstler*innen), sollen für drei Monate je 1.000€ erhalten.

Das ist gut und richtig.
Nur: Für die 400.000 Soloselbständigen in Bayern gilt die Regelung leider nicht.

Der Vorschlag, ein bedingungsloses Grundeinkommen auszuprobieren, ist nicht neu.

Jetzt, als Nothilfe, hilft dieser Betrag einigen, die nicht für die Soforthilfe (Deckung der Betriebskosten) antragsberechtigt sind.

Aber wie bei jeder Begrenzung fallen wieder etliche durch’s Raster, diesmal die etwa 10mal so große Zahl an Soloselbständigen, von denen sehr viele direkt und indirekt mit der Kultur- und Veranstaltungsbranche zu tun haben.
Die Kulturbranche ist NICHT gerettet, wenn „nur“ die Künstler*innen - und auch dort nur die Gruppe derer, die in der KSK sind - überleben. Kultur kann nur dann rasch wieder angeboten werden, wenn die Existenzen aller zugehörigen Selbständigen von Aufbauhelfer bis Zulieferer erhalten bleiben.

Zur Verdeutlichung hier eine unvollständige Liste der betroffenen Bereiche und Berufsgruppen:

  • alle Künstler, die nicht in der KSK sind
  • technisches Personal (Ton & Lichttechniker, Aufbauhelfer, Veranstaltungstechniker)
  • Lieferdienste (Fahrer)
  • Hilfskräfte
  • (Stud./Rentner-) Aushilfen
  • Musiktherapie
  • Beratungen für Tätigkeiten in der Kultur (Gründung, Steuer, Recht, Projektmanagement etc.)
  • Regie
  • Dramaturgie
  • Fotografie
  • Verleih von Zubehör (u.a. Licht/Ton/Video/Bühnen/Sperrgitter/Zäune)
  • Catering
  • Produktion von Veranstaltungsbedarf
  • Kulturmanagement, Eventmanagement
  • nebenberuflich Tätige
  • Dekoration/Bühnenbildner
  • Kostüme
  • Alle Soloselbständigen, die mehrere Berufe ausüben und jetzt in keinem davon mehr tätig sein dürfen

10.4.20

Soforthilfe Corona: BÜROMIETE: JA - LEBENSUNTERHALT: NEIN

Die Regierung von Unterfranken äußert sich in einem Schreiben vom 6.4. überrascht, dass so wenige Kulturschaffende einen Antrag auf Soforthilfe stellen und ermutigt diese dazu, Anträge zu stellen.

Der Grund für eine Zurückhaltung bei den Anträgen auf Soforthilfe liegt in der wirklichkeitsfremden Ausgestaltung der Förderrichtlinien. Denn „ein Ausfall von Einnahmen“ berechtigt nicht zur Unterstützung.

Hier der Versuch, an zwei Beispielen die typischen Situationen zu skizzieren, in denen sich Kulturschaffende befinden.

1. Veranstaltungstechniker*innen sind - sofern nicht irgendwo fest angestellt – Soloselbstständige. Sie brauchen kein Büro; Organisatorisches wird meist einfach in der eigenen Wohnung erledigt. Sie fahren mit dem eigenen Wagen zur Arbeit, arbeiten, stellen Rechnungen - fertig. Sie haben keine externen Verbindlichkeiten.

Jetzt haben sie schlagartig keine Einnahmen mehr.

Aber sie haben keinen Anrecht auf die Soforthilfe

2. Musiker*innen sind vielleicht irgendwo mit einem 450-Euro-Job angestellt, geben Musikunterricht, arbeiten im Café, im Krankenhaus – wo auch immer. Ansonsten leben sie als Selbständige vom Musikmachen - und das bedeutet heutzutage vor allem: Live spielen. CD-Produktionen kosten viel Geld und die Refinanzierung durch den CD-Verkauf ist in Streamingzeiten weitgehend überholt. Den Musiker*innen fehlen nun alle Einnahmen aus den Auftritten - manche haben ihren 450-Euro-Job noch, bei anderen bricht auch der weg.

Auch hier:

Die wenigstens Musiker*innen haben externe laufende Kosten. Sie besitzen Instrumente, ihre Ausrüstung - aber das alles steht in der Regel daheim, wo auch das „Büro“ ist.

Auch sie bekommen keine Soforthilfe.

Ähnliche Situationen finden sich in vielen Bereichen der Kultur- und Kreativwirtschaft: Bei Licht- und Tontechniker*innen, Schauspieler*innen, Bühnenbildner*innen, Fotograf*innen…

Besonders kompliziert wird es bei jenen, die mehrere Jobs haben.

Da fehlt einer Person jetzt z.B. 75 % ihrer Einnahmen. Das ist zu wenig zum Leben und zum Sterben zu viel. Fällt er/sie nicht aus den o.g. Gründen aus den Kriterien, die eine Soforthilfe erlauben, dann wird es spätestens jetzt schwierig: denn er/sie hat ja noch ein paar wenige Einnahmen.

Um das Ganze noch stärker zu verdeutlichen:

Diejenigen, die Fahrzeuge kaufen, statt sie zu leasen, Computer kaufen anstatt zu leasen, die eigenen Kosten klein halten und „Homeoffice“ machen, statt ein externes Büro zu mieten - die bekommen keine Soforthilfe.

Die anderen schon.

Weiter gedacht:

Auch für die Unternehmen, bei denen die Soforthilfe greift, ergibt sich das absurde Bild, dass laufende Betriebskosten teilweise gedeckt/gefördert werden können, die der Lebensführung aber nicht. Das bedeutet, dass eine Firma Soforthilfe bekommt, der Firmeninhaber aber gleichzeitig Arbeitslosengeld 2 beantragen muss. Das ist ein unsinniger Doppelaufwand - für den Unternehmer wie den Staat.

Die Tatsache, dass „ein Ausfall der Einnahmen“ keinen Anspruch auf Soforthilfe begründet, ist der Kernpunkt:

Viele Kulturschaffende haben schlagartig keine Einnahmen - aber eben auch keine externen Verbindlichkeiten.

Rücklagen sind in diesem Bereich - bei der mäßigen Bezahlung - kaum zu erwarten.

Sie haben kein Anrecht auf Soforthilfe.

Was, wenn nicht der Ausfall der Einnahmen, soll denn ein Grund für die Soforthilfe sein ?

Die Kulturschaffenden dachten tatsächlich bei Ankündigung der Soforthilfen ganz kurz, dass wir diesmal nicht vergessen würden.

Auf dem Papier stimmt das.

In der Realität nicht.

Daher der Aufruf, die Richtlinien an die Lebensrealität anzupassen - wie es in anderen Bundesländer teilweise bereits passiert (Baden Württemberg akzeptiert 1180,- monatlich als „Kosten des privaten Lebensunterhalts“).

Dann werden viele Kulturschaffende Anträge stellen, die jetzt noch zögern, weil sie fürchten, sich mit einem Antrag strafbar zu machen.


13.3.20

DIE SICHTBAREN UND DIE UNSICHTBAREN

Kulturschaffende brauchen Unterstützung

Allerorten hagelt es Absagen.

Konzerte, Bälle, Messen, Vorträge, Vernissagen, Lesungen fallen aus.

Völlig zu Recht.

Aber es bedroht Existenzen.

Ja, auch die der großen Konzert- und Messeveranstalter.

Aber eben auch die einer unglaublichen Vielzahl kleiner Firmen, Selbstständiger oder sonstiger Einzelkämpfer.

Denn in der Kulturszene sind diese Einzelkämpfer, geringfügig Beschäftigten, Selbstständigen, Freelancer und sonstige grenzwertige Formen der Selbstausbeutung immer noch erschreckend häufig. Aus dem zweiten Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht Bayern ergibt sich, dass „in 9 von 11 abgefragten Teilmärkten rund 50% der Erwerbstätigen im Minijob oder als sogenannte „Miniselbstständige“ tätig sind.“

Lohnfortzahlung? Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse? Nur in wenigen Fällen.

Da wird schon ein Monat ohne Verdienst existenzgefährdend.

Es ist sehr erfreulich, dass der Kultur- und Kreativbereich und seine derzeitigen Probleme ins Bewusstsein der lokalen und überregionalen Politik gelangt ist. Steuerstundungen, Änderungen beim Kurzarbeitergeld, Zahlungsaufschübe, Investitionshilfen und was noch so alles an Ideen im Raum steht, mag für große Firmen und Konzerne hilfreich sein.

Aber ganz gewiss nicht für all die Kleinunternehmer, Einzelkämpfer, Vereine.

Und die Liste der Betroffenen ist weit länger, als es auf den ersten Blick scheint: Die kleinen Licht- und Tontechnikfirmen treffen Absagen brachial. Deren (oft freie) Mitarbeiter ebenso – die Veranstaltungstechniker, Ton- und Lichttechniker, Aufbauhelfer. Das Reinigungs- und Sicherheitspersonal nicht zu vergessen. Die Musiker, bei denen Einnahmen aus Konzerten wichtiger als die aus CD-Verkaufen sind. Die Zauberer, Jongleure, Puppenspieler, Kinderprogramm-Macher - sie alle verlieren grad all Ihre Einnahmen. Die Grafiker, Fotografen, Designer, Stadtführer, Autoren - allen bricht ein erheblicher Teil ihrer Einnahmen weg.

So lange die kleinen Theater noch spielen dürfen, leiden sie bereits unter schwindenden Besucherzahlen, weil viele den Ernst der Lage begriffen haben und zuhause bleiben. Wenn der Spielbetrieb schließlich eingestellt werden muss, droht den Spielstätten mit all ihren Mitarbeitern ganz schnell das Aus.

Unterstützung für die Kulturschaffenden tut also Not.

Nur dürfen nicht (wie bereits so oft) nur die Großen gerettet werden.

All die sichtbaren und unsichtbaren guten Geister der Kulturszene brauchen Unterstützung, und zwar ab jetzt!

Ein Nothilfefond, wie ihn Oberbürgermeister Schuchardt in Aussicht gestellt hat, kann helfen - wenn er schnell kommt und unbürokratisch hilft.


15.11.19

Kulturpunkte zum Jubiläumsjahr

Drei Jahrzehnte Dachverband freier Würzburger Kulturträger Offene Kulturräume am 15. März 2020

Wie vielfältig, originell und offen die Kultur- und Kreativszene in Würzburg ist, will der Dachverband freier Würzburger Kulturträger in seinem Jubiläumsjahr 2020 zeigen. Neben zahlreichen Veranstaltungen durch alle Sparten und das ganze Jahr hinweg, wird es zur Feier des 30-jährigen Bestehens des Verbands auch wieder das Projekt „Kulturpunkte“ geben.

Tag für die lokale Politik und lokale Kultur

Am 15. März soll dabei in und um Würzburg nicht nur bei der Kommunalwahl die lokale Politik, sondern bei den „Kulturpunkten“ auch die lokale Kultur in den Mittelpunkt gerückt werden. Der Dachverband freier Würzburger Kulturträger lädt an diesem Tag alle Kulturschaffenden der Stadt und im Landkreis ein, in der Zeit von 13 Uhr bis 18 Uhr ihre Ateliers, Büros, Studios, Proberäume, Bühnen, Werkstätten und andere Kulturräume für Interessierte zu öffnen und ihre Arbeiten und Kreativräume der Öffentlichkeit zu zeigen.

Anmeldung für Kulturpunkte

Künstlerinnen und Künstler, die bei den „Kulturpunkten“ mitmachen wollen, sollen sich bis zum 31. Dezember 2019 unter www.dachverband-wuerzburg.de anmelden. Sie müssen keine Mitglieder des Verbands sein, die einzige Bedingung ist, dass der Besuch ihres „Kulturpunkts“ kostenlos ist -um Spenden darf natürlich gebeten werden. Weitere Informationen für teilnehmende Künstler und Kreative finden sich auf der Webseite des Dachverbands.

30 Jahre für die freie Kultur in Würzburg

Der Dachverband freier Würzburger Kulturträger (DFWK) wurde am 13. März 1990 durch Vertreter von Kulturvereinen und freien Kultureinrichtungen in Zusammenarbeit mit Einzelpersonen gegründet. Der mittlerweile gemeinnützige Verein wirkt seitdem als Interessenvertretung der freien Kulturszene unter anderem gegenüber der Stadt Würzburg. Von der Stadtverwaltung wurden bereits Anregungen des Dachverbands aufgegriffen und umgesetzt, beispielsweise die Einrichtung des Kulturbeirats oder die Anschaffung der sogenannten „blauen Dreiecksständer" für die Veranstaltungsplakate der freien Szene. Aktuelle Themen des Vereins sind unter anderem Kulturförderung und die Raumnot der Kulturschaffenden in Würzburg.



25.10.2019

Keine Kunst mehr in der IHK

Noch schmückt sich die IHK Würzburg auf ihrer Webseite mit der mehr als 30jährigen Tradition, in ihren Räumen regelmäßige Kunstausstellungen zu veranstalten. Man wolle, so heißt es, Unternehmer anregen, neue Perspektiven einzunehmen und Dinge auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und interpretieren. Die Künstler stellten hierfür ihre Kunstwerke übrigens kostenlos zur Verfügung.

Dass die IHK dieses Engagement nun sang- und klanglos aufgeben will, ist befremdlich, nicht zuletzt wegen der Begründung, es gehöre "nicht zu den Kernaufgaben einer Wirtschaftskammer", Kunst zu präsentieren. Dies steht im eklatanten Widerspruch zum oben zitierten Anspruch, die Wirtschaft solle sich von Kultur inspirieren lassen, der außerdem laut IHK "ein 'Muss' für erfolgreiche Unternehmer" sein soll.

Während allerorten Kreativwirtschafts-Projekte sich um die Kooperation von Unternehmen mit Kulturschaffenden bemühen, vollzieht die IHK einen völlig unverständlichen Rückschritt. Das Argument, es gebe in Würzburg "reichlich Präsentationsangebote" für moderne Kunst, wirkt an den Haaren herbeigezogen - bildende Künstler in der Stadt werden bestätigen, dass es bei weitem nicht genügend Ausstellungsmöglichkeiten gibt.

Dies alles ist umso peinlicher, wenn man weiß, dass beispielsweise die IHK Nürnberg sich die Kulturförderung groß und wirksam auf die Fahnen schreibt und sogar eine eigene Kulturstiftung betreibt. Als "weicher" Standortfaktor strahle Kultur auch auf das Wirtschaftsimage einer Region aus, so die Begründung. Will die IHK Würzburg wirklich auf diesen Faktor verzichten?

Im Interesse sowohl der Kulturschaffenden als auch der Unternehmer hofft der Dachverband freier Würzburger Kulturträger jedenfalls, dass die IHK ihre Entscheidung noch einmal überdenkt.


25.10.18

KULTUR INS KULTURQUARTIER

In Kürze werden drei Konzepte für die Frankenhalle öffentlich vorgestellt - das begrüßt der Dachverband und ist gespannt, ob und wie die Investoren eine kulturelle Nutzung auf dem Areal der Frankenhalle vorsehen.

Aber Sorge braucht man da sicher keine zu haben, denn, so steht es im Beschluss es Stadtrates, „Ziel soll es sein, mithilfe neuer ergänzender Nutzungen den Reiz und die Anziehungskraft des Quartiers Alter Hafen zu steigern. Das vorhandene Nutzungsspektrum soll hochwertig ergänzt und gestärkt werden. Zudem wird besonderer Wert gelegt auf die Ausbildung von Alleinstellungsmerkmalen mit besonderem Charakter, die insbesondere die Quartiersprägung hinsichtlich Kultur- und Kreativnutzungen und die Verträglichkeit mit den bereits vorhandenen Bestandsnutzungen berücksichtigen.“

Ein entscheidender Punkt, ob die Anbindung an das bestehende Kulturquartier „Alter Hafen“ gelingt, ist dabei sicherlich die Frage der Überquerung der Veitshöchheimer Strasse - aber auch das sieht die Stadt in ihrer Ausschreibung vor:

„Städtebaulich und funktional soll der zur Veitshöchheimer Straße orientierte Bereich vor allem der attraktive und großzügige Zugang zum Areal werden und zugleich eine Verbindung mit dem gegenüberliegenden kulturellen Angebot – Kulturspeicher, Bockshorn, CinemaxX – herstellen. Eine Verbindung bzw. Überquerungsmöglichkeit über die Veitshöchheimer Straße wäre zu prüfen.“

Gefragt sind innovative Konzepte, die dem Ziel nach einer Aufwertung des Kultur- und Kreativquartiers insgesamt Rechnung tragen, dessen Nutzungsspektrum ergänzen und stärken - nein, auch dieser Satz stammt nicht vom Dachverband, auch er steht genauso in der Ausschreibung.

Ein letztes Zitat: „Denn ein lebendiges Kultur- und Kreativquartier muss ein breites Spektrum unterschiedlicher Angebote und Nutzungen wie Kultureinrichtungen, Gastronomie, Orte der Arbeit und Wohnraum kombinieren“.

Bleibt zu hoffen, dass sich all das in den Konzepten der Investoren wiederfindet.


19.2.18

ZU VIELE BAUSTELLEN

Stellungnahme des Dachverbands zur Wahl des Kulturreferenten

Die Stadt Würzburg wird bald wieder einen Kultur-, Schul- und Sportreferenten (oder eine Referentin natürlich) haben.

Wer immer es wird, wie fähig sie oder er auch sein mag:

Das sind zu viele „Baustellen“ für eine Person.

Irgendein Bereich wird dabei immer kurz kommen.

Die Kulturszene der Stadt ist so vielfältig und facettenreich (Würzburg hat z.B. die höchste Dichte an freien Theatern, eine intensive Festivallandschaft und eine Vielzahl städtischer Angebote) - das sind wahrlich genügend Themen für ein eigenes Referat.

Die Zusammenlegung der drei Bereiche zu einem Referat war ein Fehler und sollte dringend korrigiert werden.

Natürlich ist dies nicht kurzfristig möglich.

Aber es muss langfristig das Ziel der Kulturschaffenden sein, dass es wieder einen Kulturreferenten/ eine Referentin gibt.

Der Stadtrat ist bei der Wahl des Referenten/der Referentin sehr frei und kann sich auch für Kandidaten entscheiden, deren Profil nicht den in der Ausschreibung genannten Anforderungen entspricht. Der Vorstand des Dachverbands fordert den Stadtrat auf, das Anforderungsprofil der Ausschreibung ernst zu nehmen und den Kandidaten/die Kandidatin zu wählen, der/die möglichst viel praktische Erfahrung in den drei Bereichen vorweisen kann und mit Wissen und gestalterischen Impulsen überzeugt.

Nach unserer Kenntnis ist die Vorstellung der drei Kandidaten, die sich im Stadtrat präsentieren, nicht öffentlich.

Dies sollte künftig anders sein, damit sich (in diesem Fall) die Kulturschaffenden einen eigenen Eindruck verschaffen und bei Bedarf den Stadträten ihre Sichtweise schildern können. Natürlich liegt die Entscheidung beim Stadtrat - aber Transparenz von Anfang an ist die beste Voraussetzung für eine vertrauensvolle und fruchtbare Kulturarbeit.


13.12.17

MAINFRANKENTHEATERSEMESTERTICKET oder THEATERSEMESTERTICKET

Stellungnahme des Dachverbands

Die Initiative der Studierendenvertretung für ein Theatersemesterticket ist ein guter Anstoß, hat aber gravierende Schwächen.

Sicher, wenn es gelänge, dadurch insgesamt mehr junge Menschen ins Theater zu locken, wäre das gut.


 Aber warum nur ins Mainfranken Theater?


 Solange dieses Semesterticket nur für das Mainfrankentheater gilt, ist eine massive Benachteiligung der privaten Theater zu befürchten, denn diese sind zum Teil in viel stärkerem Maße auf studentische Besucher angewiesen. Ob am Ende tatsächlich mehr Studierende für das Theater begeistert werden können oder ob nur die wenigen Interessierten aus der freien Theaterszene ans Mainfrankentheater abwandern, bleibt vorläufig Spekulation; allerdings lassen Erfahrungen von Privattheatern aus anderen Städten mit Semesterticket diesbezüglich nichts Gutes ahnen.

Da Würzburg über eine der vielfältigsten Theaterlandschaften in ganz Bayern verfügt, sollte man das fragile Gleichgewicht zwischen MFT und privaten Bühnen nicht mutwillig aufs Spiel setzen; denn wenn sich herausstellt, dass die Befürchtungen berechtigt waren, wird es zu spät sein.

Deswegen unterstützt der Dachverband die neu ins Leben gerufene IG Freie Theater ausdrücklich und fordert die Verantwortlichen auf, nach einer fairen Lösung zu suchen, wie das Semesterticket allen Studierenden den Zugang zu allen Theatern ermöglichen kann.

Wenn das gelingt... könnte es ein Anfang für ein „Kultursemesterticket“ über alle Sparten sein.


12.10.17

POSTHALLENERSATZ DRINGLICH

Natürlich ist eine Multifunktionsarena für Würzburg wünschenswert und notwendig für Sport, Kongresse und Konzerte - bei allen finanziellen Risiken gerade der laufenden Unterhaltskosten. Trotzdem: Die Chance zu einer Realisierung sollte genutzt werden.

Wozu dann noch eine zweite Veranstaltungshalle ? Ein Ersatz für die Posthalle ?

Weil erst beides zusammen wirklich Sinn macht.

Weil sich beides ergänzt und nicht in Konkurrenz tritt: Während die Multifunktionsarena bei 2.000 Besuchern anfängt, deckt die Posthalle den von den Veranstaltungsanzahlen her weitaus größeren Bedarf an Konzerten für 200-2.000 Besuchern ab.

Würzburg hat einige gute kleine Konzerträume bis 200 Personen. Für Konzerte, für die diese Clubs zu klein, die Multifunktionsarena aber noch viel zu groß ist, klafft eine Lücke. Und die kann und muss eine neue Posthalle schließen.

Für junge, neue, unbekannte Künstler sind die kleinen Locations prima. Aber wenn die Künstler wachsen, bekannter werden, ist der nächste Schritt eben ein großer Club mit deutlich über 200 Plätzen (für solche Konzerte ist die jetzige Posthalle manchmal fast zu groß).

Es gilt also, eine vernünftige, funktionierende und sich ergänzende Konzertstruktur zu schaffen: Mit den kleinen Konzerträumen (B-Hof, Immerhin, Cairo, Blauer Adler, Omnibus), einer kleinen Konzerthalle mit bis zu 1.500 Plätzen, in der aber auch Konzerte mit 400 Besuchern funktionieren - und eben der Multifunktionsarena.

Sonst kommen neue Künstler einmal nach Würzburg - zu ihrem ersten Konzert in einer kleiner Location - und dann mangels geeigneter Auftrittsmöglichkeit nicht mehr. Gerade der Bereich etwas bekannterer Künstler, die aber noch nicht die ganz großen Arenen füllen, ist riesig und überaus vielfältig und lebendig. Darauf zu verzichten wäre kurzsichtig und…ein bißchen peinlich.

Natürlich ist das Areal der Posthalle weit mehr als „nur“ Veranstaltungshalle: Einer der kleinen Musikclubs, das Immerhin, hat dort sein Zuhause, dazu gibt es eine Vielzahl von Büros aus dem Kreativbereich. Auch dafür muss bei einer anderen Nutzung des Areals Ersatz gefunden werden - im besten Fall wieder im Umfeld einer neuen Posthalle.

Würzburg braucht eine große zeitgemäße Veranstaltungshalle. Und mindestens ebenso dringend eine mittlere Konzerthalle. Sonst bleibt Musikfans nur die Fahrt nach Aschaffenburg oder Nürnberg.




Social Media
Auf Facebook posten wir immer wieder mal Links, die uns auffallen und von denen wir glauben, sie können für den einen oder anderen ineressant sein. Schaut auch dort vorbei.

Termine

2.6.20 Best of Litrio online (im Rahmen Kulturjahr - Schwerpunkt Literatur), 20.00 Uhr

9.6.2020 um 19.00 Uhr: Offener Kulturtreff (online). Link zum teilnehmen auf Anfrage (wg. der Spamproblematik)

9.6.2020 Kulturjahr: Sonderveranstaltung Literatur (online), 20:00 Uhr

Multimediale Literaturshow „Push the Button“

23.6. um 19.00 Uhr Kulturtreff - hoffentlich mal wieder "in echt". Ort folgt.

27.9.2020 Nachholtermin Kulturpunkte